Gemüse-Tempura aus dem Airfryer: Leicht, knusprig und deutlich fettärmer als frittiert

Gemüse-Tempura aus dem Airfryer: Leicht, knusprig und deutlich fettärmer als frittiert

In einer Zeit, in der gesunde Ernährung und bewusster Fettkonsum immer mehr an Bedeutung gewinnen, revolutioniert die Heißluftfritteuse die Art und Weise, wie wir frittierte Speisen zubereiten. Das japanische Tempura, traditionell in heißem Öl ausgebacken, lässt sich mit moderner Technik deutlich kalorienärmer und ohne Qualitätsverlust herstellen. Die Gemüse-Tempura aus dem Airfryer überzeugt durch ihre knusprige Textur und den authentischen Geschmack, während sie bis zu 80 Prozent weniger Fett enthält als die klassische Variante. Diese Zubereitungsmethode vereint kulinarische Tradition mit zeitgemäßen Ernährungsansprüchen und beweist, dass Genuss und Gesundheit keine Gegensätze sein müssen. Der Airfryer sorgt durch zirkulierende Heißluft für eine gleichmäßige Bräunung und eine außergewöhnliche Knusprigkeit, die der frittierten Version in nichts nachsteht.

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facile

€€

Zutaten

Personen +

Utensilien

Zubereitung

1. Vorbereitung des Gemüses

Wascht das gesamte Gemüse gründlich unter fließendem Wasser. Trocknet es anschließend sorgfältig mit Küchenpapier ab, denn Restfeuchtigkeit verhindert eine knusprige Panade. Schneidet die Zucchini und Aubergine in etwa 5 Millimeter dicke Scheiben. Eine Mandoline, also ein Schneidegerät mit verstellbarer Klinge, garantiert gleichmäßige Dicke und somit eine einheitliche Garzeit. Die Paprikaschoten halbiert ihr, entfernt die Kerne und schneidet sie in etwa 3 Zentimeter breite Streifen. Den Brokkoli teilt ihr in mundgerechte Röschen. Die Süßkartoffel schält ihr und schneidet sie in dünne Scheiben von maximal 4 Millimeter Dicke. Die getrockneten Shiitake-Pilze weicht ihr 20 Minuten in lauwarmem Wasser ein, drückt sie dann aus und entfernt die harten Stiele.

2. Zubereitung des Tempura-Teigs

Stellt eine große Schüssel bereit und gebt das Tempura-Mehl hinein. In einer separaten Schüssel mischt ihr die Speisestärke unter das Mehl, was für zusätzliche Knusprigkeit sorgt. Nun kommt der entscheidende Trick: Das Mineralwasser muss eiskalt sein, idealerweise bei 4 Grad Celsius. Messt dies mit einem Küchenthermometer. Die niedrige Temperatur verhindert die Glutenbildung und sorgt für die charakteristische leichte und luftige Textur des Tempura-Teigs. Gießt das eiskalte Wasser langsam zum Mehl und rührt mit einem Schneebesen nur kurz und grob um. Der Teig darf klumpig bleiben und sollte nicht glatt gerührt werden. Einige Mehlnester im Teig sind gewünscht und typisch für authentisches Tempura. Stellt die Schüssel mit dem Teig in eine größere Schüssel mit Eiswürfeln, um die Temperatur während der Verarbeitung niedrig zu halten.

3. Panieren des Gemüses

Richtet drei flache Teller vor euch auf: Auf dem ersten verteilt ihr die restliche Speisestärke, auf dem zweiten steht eure Teigschüssel, auf dem dritten breitet ihr das Panko-Mehl aus. Dieses japanische Paniermehl besteht aus groben Brotkrumen und sorgt für besondere Knusprigkeit. Wendet nun jedes Gemüsestück zunächst leicht in der Speisestärke, klopft überschüssiges Mehl ab, taucht es dann in den Tempura-Teig und lasst den Überschuss abtropfen. Zum Schluss wälzt ihr die Stücke im Panko-Mehl. Diese dreifache Panierung, auch Dreifach-Panade genannt, schafft mehrere Knusperschichten und schützt das Gemüse vor dem Austrocknen. Legt die panierten Stücke auf einen mit Backpapier ausgelegten Teller und achtet darauf, dass sie sich nicht berühren.

4. Garen im Airfryer

Heizt die Heißluftfritteuse auf 180 Grad Celsius vor. Das Vorheizen ist wichtig für ein gleichmäßiges Ergebnis. Besprüht den Korb leicht mit neutralem Kochspray, um ein Ankleben zu verhindern. Legt die panierten Gemüsestücke in einer einzigen Schicht in den Korb, sie dürfen sich nicht überlappen. Arbeitet in mehreren Durchgängen, wenn nötig. Besprüht die Oberseite der Gemüsestücke ebenfalls leicht mit Kochspray. Dies ersetzt das Frittieröl und sorgt für die goldbraune Farbe. Stellt den Timer auf 8 Minuten. Nach 4 Minuten öffnet ihr die Fritteuse und wendet vorsichtig jedes Stück mit einer Zange. Besprüht die neue Oberseite erneut leicht. Die Garzeit variiert je nach Gemüsesorte: Zucchini und Paprika benötigen etwa 8 Minuten, Süßkartoffel und Aubergine 10 bis 12 Minuten, Brokkoli etwa 7 Minuten. Das Gemüse ist fertig, wenn die Panade goldbraun und knusprig ist und das Gemüse innen weich, aber noch bissfest.

5. Zubereitung der Dipping-Sauce

Während das Gemüse gart, bereitet ihr die traditionelle Tentsuyu-Sauce zu, eine klassische japanische Dip-Sauce für Tempura. Gebt in einen kleinen Topf 100 Milliliter Sojasauce, 50 Milliliter Mirin (süßer Reiswein), 30 Milliliter Reisessig und 100 Milliliter Wasser. Fügt einen Teelöffel Ingwerpulver hinzu. Erhitzt die Mischung bei mittlerer Hitze und lasst sie 3 Minuten köcheln, damit sich die Aromen verbinden. Die Sauce sollte nicht kochen, sondern nur leicht simmern. Nehmt den Topf vom Herd und lasst die Sauce auf Raumtemperatur abkühlen. Für zusätzlichen Geschmack könnt ihr einen halben Teelöffel Sesamöl unterrühren. Füllt die Sauce in kleine Schälchen um, eines pro Person.

6. Anrichten und Servieren

Richtet die fertigen Gemüse-Tempura auf einer großen, vorgewärmten Servierplatte an. Ordnet die verschiedenen Gemüsesorten farblich ansprechend an, sodass ein attraktives Gesamtbild entsteht. Die unterschiedlichen Farben von grünem Brokkoli, gelber und roter Paprika, violetter Aubergine und orangefarbener Süßkartoffel schaffen einen visuellen Genuss. Stellt die Schälchen mit der Dipping-Sauce bereit. Als Garnitur eignet sich frisch geriebener Ingwer oder gehackte Frühlingszwiebeln. Serviert das Tempura sofort nach der Zubereitung, solange es noch heiß und knusprig ist. Die Textur leidet, wenn das Gemüse zu lange steht.

Martijn

Tipp vom Chefkoch

Der Erfolg von Tempura liegt in der Temperatur des Teigs. Stellt sicher, dass sowohl das Wasser als auch die Schüssel eiskalt sind. Profis arbeiten sogar mit vorgekühlten Zutaten aus dem Kühlschrank. Ein weiterer Geheimtipp: Rührt den Teig niemals zu glatt. Die kleinen Klümpchen sorgen für die charakteristische luftige Struktur. Wenn ihr keinen Airfryer habt, funktioniert die Methode auch im Backofen bei 200 Grad Celsius Umluft auf einem Gitterrost, allerdings mit etwas längerer Garzeit. Für eine glutenfreie Variante ersetzt das Tempura-Mehl durch Reismehl gemischt mit Maisstärke im Verhältnis 2 zu 1. Das Gemüse sollte wirklich trocken sein vor dem Panieren, sonst haftet die Panade nicht richtig. Ihr könnt auch mit verschiedenen Gewürzen im Panko experimentieren: Paprikapulver, Knoblauchgranulat oder Currypulver verleihen interessante Geschmacksnoten.

Die passende Getränkebegleitung

Zur leichten Gemüse-Tempura passt ein trockener Riesling oder ein Grüner Veltliner hervorragend. Die frische Säure dieser Weißweine harmoniert mit der knusprigen Panade und unterstreicht die Gemüsearomen. Für Liebhaber asiatischer Getränke empfiehlt sich ein gekühlter Sake, serviert bei etwa 10 Grad Celsius. Ein Junmai-Sake mit seiner reinen, klaren Note bildet eine ausgezeichnete Ergänzung. Alternativ passt auch ein leichtes japanisches Bier wie Asahi oder Sapporo. Für eine alkoholfreie Variante bietet sich ein gekühlter Sencha-Grüntee an, dessen leicht herbe Note die Fettigkeit der Panade ausgleicht. Auch ein Ingwer-Zitronengras-Tee harmoniert wunderbar mit den asiatischen Aromen der Dipping-Sauce.

Zusätzliche Info

Tempura wurde im 16. Jahrhundert von portugiesischen Missionaren nach Japan gebracht und entwickelte sich zu einer der beliebtesten Zubereitungsarten der japanischen Küche. Der Name leitet sich vermutlich vom lateinischen tempora ab, was auf die Fastenzeiten verweist, in denen Fleisch durch Gemüse und Fisch ersetzt wurde. In der traditionellen japanischen Küche gilt Tempura als Kunstform, die jahrelanges Training erfordert. Die Meister achten auf die perfekte Teigkonsistenz, die optimale Öltemperatur und die präzise Garzeit. Mit der modernen Heißluftfritteuse wird diese anspruchsvolle Technik auch für Hobbyköche zugänglich. Der gesundheitliche Vorteil ist erheblich: Während klassisches Tempura bis zu 15 Gramm Fett pro 100 Gramm enthält, kommt die Airfryer-Variante mit etwa 3 Gramm aus. Das entspricht einer Fettreduktion von 80 Prozent, ohne dass Geschmack oder Textur darunter leiden. In Japan wird Tempura oft als Teil eines Teishoku serviert, einem traditionellen Set-Menü mit Reis, Misosuppe und eingelegtem Gemüse.

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