Der Frühling kündigt sich an, und mit ihm erwacht die Natur zu neuem Leben. In schattigen Wäldern und feuchten Auen breitet sich nun der Bärlauch aus, dessen intensiver Knoblauchduft die Luft erfüllt. Dieses aromatische Wildkraut, das zwischen März und Mai geerntet wird, ist die perfekte Basis für ein schnelles, unkompliziertes Pesto, das ohne die klassischen Pinienkerne auskommt. In nur fünf Minuten lässt sich diese frühlingshafte Köstlichkeit zubereiten, die Pasta, Brot oder Gemüse zu etwas Besonderem macht. Die Zubereitung ist so einfach, dass selbst Kochanfänger garantiert Erfolg haben werden. Statt teurer Pinienkerne kommen hier heimische Alternativen zum Einsatz, die dem Pesto eine ganz eigene Note verleihen und dabei auch noch den Geldbeutel schonen.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Bärlauch vorbereiten
Wascht den Bärlauch gründlich unter kaltem Wasser, um eventuelle Erdreste oder kleine Insekten zu entfernen. Dies ist besonders wichtig, da Wildkräuter direkt aus der Natur stammen. Schüttelt die Blätter vorsichtig trocken oder tupft sie mit Küchenpapier ab. Schneidet anschließend die Stiele ab, da diese oft zäher sind als die zarten Blätter. Die Blätter selbst könnt ihr grob zerkleinern, das erleichtert später das Mixen.
2. Sonnenblumenkerne rösten
Gebt die Sonnenblumenkerne in eine trockene Pfanne und röstet sie bei mittlerer Hitze etwa zwei bis drei Minuten an. Rührt dabei ständig um, damit sie nicht verbrennen. Die Kerne sind fertig, wenn sie leicht goldbraun sind und ein nussiges Aroma verströmen. Das Rösten ist ein wichtiger Schritt, denn dadurch entwickeln die Kerne ihr volles Aroma und werden knuspriger. Lasst sie danach kurz abkühlen.
3. Pesto mixen
Gebt den vorbereiteten Bärlauch zusammen mit den gerösteten Sonnenblumenkernen in ein hohes Gefäß. Fügt den geriebenen Parmesan hinzu. Der Parmesan sorgt für die typische cremige Konsistenz und verleiht dem Pesto eine angenehme Salzigkeit. Gießt nun das Olivenöl dazu und fügt den Esslöffel Zitronensaft hinzu. Der Zitronensaft hebt nicht nur die Aromen hervor, sondern verhindert auch, dass der Bärlauch seine leuchtend grüne Farbe verliert.
4. Konsistenz anpassen
Püriert alle Zutaten mit dem Stabmixer (ein elektrisches Küchengerät mit rotierendem Messer am Ende eines Stabes) für etwa 30 bis 45 Sekunden. Arbeitet dabei mit kurzen Impulsen, damit die Masse nicht zu heiß wird. Überprüft die Konsistenz: Das Pesto sollte cremig sein, aber noch eine leichte Struktur haben. Ist es zu dick, fügt noch etwas Olivenöl hinzu. Ist es zu flüssig, gebt noch ein paar Sonnenblumenkerne oder etwas mehr Parmesan dazu.
5. Abschmecken und aufbewahren
Schmeckt das fertige Pesto mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer ab. Seid vorsichtig mit dem Salz, da der Parmesan bereits salzig ist. Probiert immer wieder, bis die Balance stimmt. Füllt das Pesto in ein sauberes Schraubglas und gießt eine dünne Schicht Olivenöl darüber. Diese Ölschicht schützt das Pesto vor Oxidation und hält es im Kühlschrank etwa eine Woche frisch.
Tipp vom Chefkoch
Wenn ihr keinen Stabmixer habt, funktioniert auch ein normaler Mixer oder eine Küchenmaschine hervorragend. Achtet nur darauf, nicht zu lange zu mixen, da sonst die Konsistenz zu fein wird. Statt Sonnenblumenkernen könnt ihr auch geröstete Kürbiskerne, Walnüsse oder Haselnüsse verwenden. Jede Nusssorte verleiht dem Pesto eine andere Geschmacksnuance. Für eine vegane Variante lasst einfach den Parmesan weg oder ersetzt ihn durch Hefeflocken, die einen ähnlich würzigen Geschmack liefern. Das Pesto lässt sich auch wunderbar einfrieren: Füllt es dafür portionsweise in Eiswürfelbehälter und friert es ein. So habt ihr auch außerhalb der Bärlauch-Saison immer einen Frühlingsgruß parat.
Passende Weinbegleitung
Zu diesem frischen, aromatischen Bärlauch-Pesto empfiehlt sich ein leichter Weißwein mit guter Säure. Ein Grüner Veltliner aus Österreich oder ein Sauvignon Blanc aus Südtirol harmonieren perfekt mit den kräuterigen Noten des Bärlauchs. Die Frische und Zitrusnoten dieser Weine unterstreichen das Aroma des Pestos, ohne es zu überdecken. Wer es lieber alkoholfrei mag, kann zu einem spritzigen Apfelsaft-Schorle greifen oder einen frisch aufgebrühten Kräutertee mit Minze servieren.
Zusätzliche Info
Der Bärlauch, auch Allium ursinum genannt, ist eine der ältesten Kulturpflanzen Europas. Schon die Germanen und Kelten schätzten das Wildkraut wegen seiner heilenden Wirkung. Der Name leitet sich vermutlich davon ab, dass Bären nach dem Winterschlaf die Blätter fressen, um wieder zu Kräften zu kommen. Bärlauch wächst bevorzugt in feuchten Laubwäldern und ist an seinem charakteristischen Knoblauchgeruch leicht zu erkennen. Vorsicht ist jedoch geboten: Die Blätter ähneln denen der giftigen Maiglöckchen und Herbstzeitlosen. Beim Sammeln solltet ihr daher immer an den Blättern reiben, denn nur Bärlauch verströmt den typischen Knoblauchduft.
Traditionell wird Bärlauch-Pesto in der italienischen und österreichischen Küche verwendet. In Italien ersetzt man damit gerne das klassische Basilikum-Pesto, während in Österreich Bärlauch-Gerichte zum festen Bestandteil der Frühlingsküche gehören. Das Pesto ist nicht nur lecker, sondern auch gesund: Bärlauch enthält viel Vitamin C, wirkt entgiftend und soll sogar den Blutdruck senken. Die Sonnenblumenkerne liefern wertvolle ungesättigte Fettsäuren und Vitamin E.



